* Blumenpuste

Annakdoten aus dem Alltag

Archiv für das Schlagwort “Träume”

Traumwelt

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Mir ist aufgefallen, dass es gewisse Ähnlichkeiten zwischen diesem Blog und meinem Leben gibt. Offensichtlich ist, dass ich Geschichten aus meinem Leben schreibe. Es wäre auch seltsam, wenn ich über das Leben meiner Mitbewohnerinnen schriebe. Obwohl. Eigentlich. Was hält mich davon ab?

[Anm. d. Red.: Mein geistes Auge würde jetzt gern in diabolisches Lachen ausbrechen, doch da es ohne Mund geschaffen wurde, ist an dieser Stelle nur ein verschmitztes inneres Augenzwinkern überliefert.]

Jedenfalls hatte ich versucht, regelmäßig Blogeinträge zu schreiben. Aber manchmal entstehen Produktionslöcher, in denen ich wochenlang nichts schreibe. Das heißt nicht, dass ich unproduktiv unter meiner Bettdecke gammle oder beim Versuch, aufzustehen, im Bad hingefallen und wieder eingeschlafen bin. Produktionslöcher entstehen, wenn viel zu viel passiert. Und manchmal bin ich mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist.

Am Sonntag trödelte ich nach einem ungeplant vollen Tag in und hoch über Tübingen zum Zug, die Gedanken überall, die Kamera in der Hand. Mein Blick fiel auf einen Aufkleber am Geländer der Neckarbrücke. TRAUMWELT.
Meine Tagträumerei verweilte hier und dachte darüber nach: Kann ich meiner Welt, meinem Leben, den Aufkleber TRAUMWELT verpassen? Wenn ich das tue, heißt das dann, dass die Seifenblase platzen wird, oder dass ich meinen Traum lebe? Und…?

Die letzten Sonnenstrahlen färbten den Himmel in zarten Farben und spiegelten sich in den Fenstern der Häuser. Selbst wenn ich keine Zeit habe, Blog zu schreiben, ist die Zeit mit traumhaft guten Momenten gefüllt. Und auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob mein Alltag so funktioniert, klebt der Aufkleber TRAUMWELT schon darauf.

Morgenlicht

I'll dance with you into the morning lightsDie Morgensonne scheint auf einen neuen Tag. Morgenlicht durchflutet Wälder, Wiesen, Berge und Täler. Es weckt Vögel, Schmetterlinge und Blumen, die den Tag begrüßen. Die friedvolle Stille füllt sich mit Leben und schafft einen märchenhaften Morgen…

Wir waren am Pfingstwochenende im Luftkurort Schönwald im Schwarzwald, unterwegs mit anderen Studenten und einem Leitungsteam von Träumern. Neben Brett-, Gelände-, Karten-, Wasser-, Socken-, Video- und Gesellschaftsspielen redeten wir auch über unsere Träume. An sich ist das kein neues Thema, im Gegenteil, und doch taucht es immer wieder auf. Offensichtlich sind wir nicht allzu lernfähig.

Wir neigen dazu, das zu erwarten, was wahrscheinlich eintreffen wird. Ich sehe mich in zehn Jahren dort, wo ich denke, mit meinen momentanen Möglichkeiten hinzukommen. Es ist leicht, zu glauben, was vor Augen ist. Aber was wäre, wenn das, was ist, nicht das ist, was sein könnte? Was wäre, wenn ich die Kontrolle abgeben würde? Was wäre, wenn ich gemeinsam mit einem Gott träumen würde, dem kein Ding unmöglich ist? Was wäre, wenn ich wirklich etwas von Gott erwarten würde?

Morgenlicht durchflutet meine Träume. Aber erst wenn ich Wahrscheinlichkeiten gegen Vertrauen eintausche, wird aus der friedvollen Stille meines Lebens ein märchenhaftes Morgen werden.

Hätten wir früher gewusst, dass wir Königskinder sind,
hätten wir aufgehört, als Bettler zu leben. (J.
Hartl)

Projekt Blumenstraße

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Was wäre wenn und wollten wir nicht schon immer mal? Träume gehören zum Leben dazu. Manch einer nennt sie „Pläne“ oder „Lebensziele“, doch meinen sie alle das Gleiche: Eine Idee, die Realität werden könnte. Und ich schätze jeder hat im Traumgarten hinter dem Blumenbeet und dem sauber gemähten Rasen noch einen ungeliebten Platz, den Friedhof der nicht realisierten Träume. Manche Träume liegen dort zu Recht, weil sie aus einem Kindeskopf hervorgegangen sind oder nicht mehr notwendig waren. Doch die meisten Träume, die dort beerdigt sind, sollten wieder auferweckt werden von einem mutigen Herz, das sich nicht damit abfindet, den einfachsten Weg zu gehen. Auf dem einfachsten Weg kommt man auch zu einem Ziel, aber es ist nicht der Weg, auf dem man Träume erfüllt. Ich muss zugeben, dass die rosa Disney-Welt mit ihren Filmen nicht nur Blödsinn vermittelt, denn Träume können tatsächlich wahr werden. Und damit meine ich nicht die Suche nach dem Traumprinzen, denn das kann man selten nur durch den eigenen Wunsch steuern. Ich meine Träume, die wir für unser Leben haben, für unseren Alltag, für unseren Freundeskreis, für unsere Freizeit, für unseren Beruf. Träume wurden nicht umsonst in uns hineingelegt, sondern Gott hat sie uns gegeben, damit unser Leben so wird, wie er es geplant hat. Das heißt: Einzigartig! Man muss nur mal aus dem Fenster schauen, um zu sehen, was der Schöpfer alles möglich machen kann. Mit ihm an der Seite sollte kein Traum unmöglich erscheinen.

„Und wie würde unser Leben aussehen, wenn wir anfangen würden, das umzusetzen, was wir tun würden, wenn wir leben könnten, wie wir wirklich wollen?“ 😉

Gute Frage. Jasmin und ich haben zusammen geträumt und sind auf den Traum gestoßen, zusammenzuziehen. Wir könnten jetzt schon problemlos 24 h am Tag gemeinsam reden, kochen, singen, über Gott reden, über einander lachen und durch einander durcheinander sein. Wie einfach wäre das alles, wenn wir dafür nicht einmal aus der Wohnung gehen müssen. Das gute Kind brauchte einen Namen, damit es nicht in Vergessenheit gerät und namenlos auf dem Friedhof der nicht realisierten Träume landet. Wir tauften es „Projekt Blumenstraße“ und können kaum noch bis Januar warten, wenn die Theorie in die Praxis umgesetzt werden wird. Bis dahin werde ich als „Tübingenbeauftragte des Projekts Blumenstraße“ alle Augen und Ohren offenhalten und die Stadt mit amüsanten Zetteln plakatieren, während die „Uhingenbeauftragte des Projekts Blumenstraße“ ihr Praxissemester am Gymnasium beendet.

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