* Blumenpuste

Annakdoten aus dem Alltag

Archiv für das Schlagwort “Schwarzwald”

Aller Anfang ist schwer

Während das halbe Schwabenland am Tag der Deutschen Einheit nach Stuttgart zum Cannstatter Wasen gepilgert ist, fuhren wir über die Schwarzwaldhochstraße zu den Büttensteiner Wasserfällen, einem weiteren bildschönen Ausflugsziel im Schwarzwald.

Der Schwarzwald begegnete mir zum ersten Mal in der Grundschule. In der zweiten Klasse bekamen wir eine neue Mitschülerin, Erika. Sie lebte bei ihren Großeltern, „weil ihre Mutter im Schwarzwald arbeitete.“ Was denkt sich ein siebenjähriges Mädchen, wenn es hört, dass eine Mutter im Schwarzwald – wo auch immer das ist – arbeitet und keine Zeit mehr hat?! Hm.

Zwei Jahre später traf ich erneut auf den Schwarzwald, diesmal in Form einer Schwarzwälder Kirschtorte. Wir waren in Leipzig zu einem ausgiebigen Kaffeetrinken bei Freunden meiner Eltern eingeladen. Kaffee, Kuchen, Schlagsahne und Kinder, die sich „den Wanst vollhauten“, während die Eltern kultiviert an der Kaffeetafel konversierten. Als mein Magen schon reichlich gefüllt war, bot mir jemand ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte an, und gut erzogen wie ich war, lehnte ich nicht ab.
Sahne und Kirschwasser ließen mich meine Entscheidung schnell bereuen.

Nachdem ich auf die harten Arbeitsbedingungen und die ungesunde Ernährung im Schwarzwald vorbereitet war, kam der Tag, an dem ich ihn tatsächlich sehen sollte. Ich war inzwischen 18 Jahre alt und hatte dank etlicher Topographie-Tests in Geographie gelernt, dass der Schwarzwald lediglich Deutschlands höchstes Mittelgebirge ist. Wir fuhren also mit dem Auto quer durch den Schwarzwald nach Freiburg. Mit quer meine ich vom nordöstlichen Ende zum südwestlichen Ende, und von oben bis unten. Wir nahmen alle Serpentinen und Höhenunterschiede mit, die wir finden konnten. Ich fühlte mich dezent seekrank, als ich aus dem Fenster starrte, tief ein- und ausatmete und darüber nachdachte, ob der Schwarzwald und ich uns jemals vertragen würden…

Aller Anfang ist schwer, aber moosgrüne Wälder, karge Feuchtheiden, Wasserläufe, Schluchten, Lichtspiele und raue Felsen lassen mich die anfänglichen Schwierigkeiten schnell vergessen.

Morgenlicht

I'll dance with you into the morning lightsDie Morgensonne scheint auf einen neuen Tag. Morgenlicht durchflutet Wälder, Wiesen, Berge und Täler. Es weckt Vögel, Schmetterlinge und Blumen, die den Tag begrüßen. Die friedvolle Stille füllt sich mit Leben und schafft einen märchenhaften Morgen…

Wir waren am Pfingstwochenende im Luftkurort Schönwald im Schwarzwald, unterwegs mit anderen Studenten und einem Leitungsteam von Träumern. Neben Brett-, Gelände-, Karten-, Wasser-, Socken-, Video- und Gesellschaftsspielen redeten wir auch über unsere Träume. An sich ist das kein neues Thema, im Gegenteil, und doch taucht es immer wieder auf. Offensichtlich sind wir nicht allzu lernfähig.

Wir neigen dazu, das zu erwarten, was wahrscheinlich eintreffen wird. Ich sehe mich in zehn Jahren dort, wo ich denke, mit meinen momentanen Möglichkeiten hinzukommen. Es ist leicht, zu glauben, was vor Augen ist. Aber was wäre, wenn das, was ist, nicht das ist, was sein könnte? Was wäre, wenn ich die Kontrolle abgeben würde? Was wäre, wenn ich gemeinsam mit einem Gott träumen würde, dem kein Ding unmöglich ist? Was wäre, wenn ich wirklich etwas von Gott erwarten würde?

Morgenlicht durchflutet meine Träume. Aber erst wenn ich Wahrscheinlichkeiten gegen Vertrauen eintausche, wird aus der friedvollen Stille meines Lebens ein märchenhaftes Morgen werden.

Hätten wir früher gewusst, dass wir Königskinder sind,
hätten wir aufgehört, als Bettler zu leben. (J.
Hartl)

Ausbruch aus der Mittelmäßigkeit

Das Leben kann verschiedenartig gestaltet werden. Man kann Pläne erstellen, um eine gewisse Routine zu entwickeln und ein Schema zur Orientierung zu haben. Heraus kommt ein Alltag, den man noch als Schulalltag, Unialltag oder Büroalltag spezifizieren kann. Der Alltag hat etwas Konstantes, was Ruhe und Struktur mit sich bringt. Doch manchmal kann es einen auch lähmen, wenn die gewöhnlichen Abläufe keine Zeit mehr für Neues lassen. Ich kann mich momentan nicht beklagen, mein Leben muss gerade erstmal einen Alltag aufbauen. Und bis es so weit ist, genieße ich die Abenteuer…
Eva holte mich direkt nach der Vorlesung ab, und gemeinsam fuhren wir in den Südschwarzwald nach Feldberg. Dort schauten wir uns das Caritas Haus Feldberg an, wo sie ab November in der physiologischen Abteilung ihr Praktikum absolvieren wird. Wo andere ihre Kur verbringen, machten wir einen Tag Pause vom Alltag und staunten über die vielen Touristen, die an einem Wochentag im Herbst ihre Freizeit auf dem Feldberg verbrachten. Mit viel Frischluft in den Lungen fuhren wir nach Titisee-Neustadt, die Stadt der Schranken und hohen Parkgebühren. Dort flanierten wir am See entlang und genossen die zauberhafte Umgebung. Damit sind nicht die Touristen gemeint. Glitzerndes Wasser, majestätische Wolken, sanft schaukelnde Boote auf dem See. Und auch der Rückweg durch die herbstlichen Wälder und Felder unter einem blauen Himmel war zumindest für mich als Beifahrer eine Erholung.
Wenn’s dir zu viel wird, dann steig einfach mal aus. Und dann steig einfach mal ein…in die Faszination Schöpfung.

Beitragsnavigation