* Blumenpuste

Annakdoten aus dem Alltag

Archiv für das Schlagwort “Foto”

Ein Platz an der Sonne

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Tübingen im Jahre 1958. Es gibt 52 cm Neuschnee an einem kalten Tag im Februar. Schnee und Eis versetzen den ganzen Landkreis in Aufruhr. (->)

Tübingen im Jahre 2014. Der Schnee hat uns verlassen. Das Eis ist geblieben und wird von den Kunden des Eiscafés am Neckar spazieren getragen.

Nach keinem langen und harten Winter hat der Frühling seine Türen weit geöffnet. In den Tübinger Straßen und Gassen tummeln sich die Menschen als wäre es ein Wochenende im Juni. Die Freisitze der Cafés und Bars sind restlos belegt, die Neckarinsel wimmelt von Spaziergängern und das Reisebüro hat geschlossen, weil hier niemand mehr weg möchte. In der Altstadt schmücken bunte Fasnet-Fähnle den Himmel und Straßenmusiker mischen sich in den Klang der Stadt, während sich die Sonne ihren Weg durch die Mauern und Menschen bahnt.

Tübingen ist aus dem Winterschlaf erwacht.

Schussweiten

Gegeben: Zeit bis zum Gottesdienst.
Gesucht: Beschäftigung.

Lösung: Fotografieren auf dem Weg vom Bahnhof zur Kirche.

Im Himmel verwurzelt

Der Kies knirscht unter meinen Füßen. Das Gras hat an der Last der Tautropfen schwer zu tragen. Unter den Büschen höre ich ein paar weghüpfende Vögel, die sich in ihrer Ruhe gestört fühlen. Dabei suche ich gerade das, die Ruhe auf dem Egelsberg. Ich weiß nicht, wie oft ich schon zum Nachdenken hierher gekommen bin. Die karge Landschaft und der Blick in die Ferne bieten einen unendlich weiten Raum, in dem man sich selbst wiederfinden kann. Nichts stört mich, nichts hält mich auf. Der Himmel scheint zum Greifen nah zu sein, und der Boden eröffnet mir immer neue Pfade, denen ich folgen kann. Ich komme mit Fragen und gehe mit Antworten.

Unvorteilhafterweise ist der Egelsberg ein paar Kilometer entfernt. 474 km. Daher nutze ich den Österberg als Egelsberg 2.0. Immerhin ist er tatsächlich ein Berg.
Ich glaube, jeder hat seinen persönlichen Egelsberg. Was ist deiner?

Mit anderen Augen

Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, liebe ich das Fotografieren. Einer Blondine mag man ein Blatt geben, auf beide Seiten „Bitte wenden!“ schreiben und sie stundenlang damit beschäftigen. Mich unterhält eine Fotokamera für Stunden. Ein Spaziergang wird plötzlich doppelt so lang, weil ich die Welt mit anderen Augen sehe. Perspektiven werden gewechselt, Kleines wird groß und Licht wird zur Kulisse. Fotos sind wie der Blick durchs Schlüsselloch in eine besondere Welt.

Ein Nachteil kann aber sein, dass man einiges verpasst, wenn man gemeinsam unterwegs ist und ständig mit dem Finger am Auslöser in eine andere Richtung schaut, als der Rest geht. Also nutzte ich die Zeit, in der ich am verregneten Freitag und stürmischen Sonntag allein in Köln war, um zu fotografieren. Das Ergebnis war eine volle Speicherkarte, ein leerer Akku und eine glückliche Anna.

Was aber stellt man mit den Fotos an? Zum einen stelle ich etliche in meinen Blog, denn noch habe ich die Hoffnung auf einen Künstlernamen nicht aufgegeben und brauche dafür ja glorreiche Publikationsnachweise.
Zum anderen werden sie auf meinem Computer und sehr selten auf externen Datenträgern gespeichert. Damit sich die Fotos nicht allzu sehr häufen und ich den Überblick verliere, gehen meine Computer regelmäßig in die ewigen Jagdgründe ein. Was folgt ist ein theatralisches „Oh nein, mein Computer ist hinüber!“ meinerseits und ein „Warum hast du deine Dateien auch nicht gesichert?“ meines Vaters, aber so ganz schwerwiegend ist diese natürliche Selektion meines Computers nicht. Es gibt schließlich immer wieder Neues zu entdecken.

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Erleuchtet

Donnerstag, 24.10.2013. Ein Tag wie jeder andere. Wie jeder andere? Könnte man meinen, wenn nicht dieser ganze Tag seine Besonderheiten gehabt hätte.
Ich bin früher aufgestanden als sonst, um mich in aller Ruhe auf den Tag einzustimmen. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich vom Tal dichten weißen Nebel aufsteigen. Darüber schimmerte die Sonne durch die Morgendämmerung und tauchte alles in ihr noch kühles Licht. Das Gras war nass vom Tau und eine Spannung lag in der Luft, die den hereinbrechenden, neu beginnenden Tag ankündigte. Ich nahm mein Lieblingsspielzeug, die Kamera, und versuchte, den Moment einzufangen. Mit einer Kanne mit frischem Ingwertee saß ich auf dem Bett und dämmerte in den Morgen hinein.
Nachdem ich frisch und fröhlich in der Vorlesung zur Entstehung der Sozialen Frage gewesen war und in der Mensa etwas zu essen bekommen hatte, fuhr ich wieder nach Hause, um das traumhafte Wetter zu genießen. Ich setzte mich im T-Shirt mit einem Text von Kant in den Garten und fühlte mich unter dem blauen Himmel wie im Urlaub. Diszipliniert wie ich war, nahm ich wieder die Kamera zur Hand und spielte damit herum. Jeder hat eben so seine geheimen oder offiziellen Leidenschaften. Ich lernte wahnsinnig wenig von Kant, aber ging hochmotiviert zur nächsten Vorlesung durch den goldenen Park. Noch viel begeisterter war ich, als sich der Professor als humorvoll herausstellte und noch dazu nach der Hälfte der Zeit aufhörte. Mit einem Eis in der Hand freute ich mich über die Abendstimmung in Tübingen, mit Straßenmusikanten und goldenen Blättern am Neckar.

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Beim Donnerstagabend von „Unterwegs“ im neuen Domizil hatte ich meinen ersten Gitarrenauftritt mit der Band, was ein lustiges Abenteuer war, aber nicht mit den üblichen Aufgaben beim Gesang und Klavier spielen konkurrieren wird. Neben vielen guten Gesprächen löste ich mit Baschdi noch aus Versehen den Alarm aus, was den Tag noch einzigartiger und nur geringfügig peinlicher werden ließ. Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad war ich von tausenden Sternen umgeben, und auch der Mondschein drang durch die Nacht hindurch. Ich weiß gar nicht, was schöner ist: Die Morgendämmerung, der strahlende Sonnenschein, der Sonnenuntergang oder die Lichter in der Nacht. Ich möchte auf nichts verzichten.

„Ihr seid das Licht der Welt. Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5, 14+16)

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